18 Recording Tipps für Einsteiger

von Marius Schweitzer & Daniel Nilling (DgD.Records)

 

 

1. Recording ohne Equalizer

 

Dieser Tipps ist gerade für Einsteiger, die noch nicht so viel Erfahrung mitbringen, wichtig. Bei der Aufnahme sollte jeglicher Equalizer an Preamp, Keyboards oder Mischpult auf neutral gestellt sein. Den EQ kannst Du immer noch beim Abmischen des Songs einsetzen.

 

 

2. Kompressor bei der Aufnahme…

 

…nur wenn die Schallquelle wirklich enorme Pegelschwankungen mitbringt. Im Zweifelsfall ist ein Limiter vorzuziehen.

 

 

3. Rauschen minimieren

 

Moderne Audio Interfaces mit einer Auflösung von 24-bit und mehr haben genug Platz für beste Qualität auch bei geringer Lautstärke. Um auf Nummer sicher zu gehen, kannst Du die lautesten Stellen auf etwa -6 dB einstellen. Damit dürftest Du vor Clipping geschützt sein und dennoch einen exzellenten Rauschabstand haben.

 

 

4. Click-Track nutzen

 

Um die spätere Bearbeitung in deiner DAW (Digital Audio Workstation) zu vereinfachen, bietet es sich an, nach einem Click-Track einzuspielen. Im Falle einer Band reicht es, wenn der Schlagzeuger diesen hört. Ein Click-Track ist eine Spur mit dem Klang eines Metronoms, welches das Songtempo angibt.

 

 

5. Gute Mikrofone

 

Erwerbe die besten Mikrofone, die Du dir für dein Budget leisten kannst. Frequenzen und Details, die ein Studiomikrofon beim Recording nicht aufnimmt, können später mit keinem Equalizer oder Effekt hinzugerechnet werden.

 

 

6. Mehrfach-Mikrofonierung

 

Wenn dein Musik Equipment es erlaubt, solltest Du akustische Musikinstrumente in mehreren Positionen simultan mikrofonieren (Beispiel: akustische Gitarre am Schallloch und am 12. Bund). Das ermöglicht dir eine Vielzahl von Klangvariationen, wenn es um das Abmischen des Instruments geht.

 

 

7. DI & Amp aufnehmen

 

Wer noch nicht zu viel Erfahrung im Recording hat, sollte E-Gitarren sowohl über DI-Box direkt ohne Effekte als auch über den Verstärker und ein Mikrofon aufnehmen. Das ermöglicht dir den Klang zu einem späteren Zeitpunkt im Notfall nochmals mittels Reamping zu verändern.

 

 

8. Chor um das Mikrofon positionieren

 

Statt beim Abmischen einer Aufnahme lange mit Hall- und Raumeffekten hantieren zu müssen, kannst Du einen Chor mit mehreren Sängern einfach gleich vor dem Mikrofon richtig positionieren. Während der Lead-Gesang direkt vor dem Mikrofon singt, kann der Chor einige Schritte vom Mikrofon entfernt stehen. Für Stimmen, die sich im Hintergrund abspielen kannst Du dich sogar noch weiter entfernen.

 

 

9. Markiere gute Takes

 

Jedes Mal, wenn ein Take gut war, kannst Du diesen in deiner DAW farbig markieren. Wenn es dann beim Editing und Comping zum Aussuchen der besten Takes kommt, wirst Du schneller fündig. Behalte bis zum Editing jedoch alle Takes, falls der erste Eindruck getrogen haben sollte.

 

 

10. Versorgung

 

Sorge immer für ein Glas Wasser und gute Stimmung beim Recording und die Aufnahmen werden von ganz alleine gut werden. Es ist wichtiger, das Talent vor dem Mikrofon zu Höchstleistungen anzuspornen als besseres Equipment zu kaufen.

 

 

11. I’ll fix it in the Mix

 

Vor allem in lang währenden Sessions neigt man gerne dazu, etwaige Fehler gewollt zu überhören und sich selbst vorzugaukeln, diese seien im Mix korrigierbar. Aber wie oft hat dies schon nicht funktioniert? Deswegen lieber noch einen Take ohne das Bellen des Nachbarhundes machen.

 

 

12. Drums zuerst aufnehmen

 

Das Schlagzeug bzw. die Rhythmusgruppe zusammen mit dem Bass sind die Basis eines jeden Songs und sollten unbedingt zuerst aufgenommen werden. Sie geben den Groove an.

 

 

13. Stimmen der Instrumente

 

Brauche ich nichts weiter zu sagen, oder? Nichts ist schlimmer als eine verstimmte Gitarre im Chorus.

 

 

14. Die Erkältung des Sängers

 

Wenn die Stimme des Sängers nicht auf der Höhe ist, dann sollte man die Freiheit des Homerecording Studios nutzen und die Aufnahme verschieben.

 

 

15. Regelmäßige Pausen

 

Die Ohren brauchen regelmäßige Ruhephasen um sich zu regenerieren. Eine Pause hilft auch, die Perspektive auf den Song wieder zu finden.

 

 

16. Weniger ist mehr

 

Die Tatsache, dass man tausende Instrumente, Plugins und Effekte zur Verfügung hat, sollte nicht dazu führen, diese alle im Song oder während der Aufnahmen einzusetzen

 

 

17. Organisation

 

Nachdem man das Album komplett aufgenommen hat, geht es ans Abmischen und vorher noch ans Editieren. Wehe wenn die Projektdateien allesamt Aufnahme_0 bis Aufnahme_1034 heißen.

 

 

18. Backups

 

Abstürze oder defekte Computer mögen ja selten sein, aber sie kommen dafür garantiert immer dann, wenn man sie am wenigsten braucht. Backups sind essentiell, gleich ob man sie täglich, wöchentlich oder nur monatlich macht. Wichtig ist nur, dass man sie macht.

 

 

Natürlich ist das hier keine Recording Bibel. Dennoch sollten dir die 18 einfachen Tipps schon sehr beim Recording helfen. Außerdem findest Du bei uns natürlich auch weiterführende Infos, wie z.B. Gesang aufnehmen oder Mikrofonierung. Viel Spaß beim Aufnehmen!