Kreativraum: Daniel Nilling (links) und Robert Meyer in ihrem kleinen Studio im Mehrfamilienhaus an der Straße Auf dem Wischkamp.

 

Bild: Reiner Kramer (NWZ)

 

MUSIK Hip-Hop-Beats frisch aus der Presse

Reiner Kramer (NWZ)

 

Drei Künstler sind unter Vertrag beim Friesoyther Label. Das hat sich deutschsprachigem Hip-Hop verschrieben.

 

FRIESOYTHE „Das goldene D.“ versteckt sich hinter der Fassade eines Mehrfamilienhauses in Friesoythe, Auf dem Wischkamp. Im Wohnzimmer bei Tee und Kuchen berichten Daniel Nilling und Robert Meyer über die Entstehung ihres Independent-Labels, das sich auf deutschsprachigen Hip-Hop spezialisiert hat.

 

Daniel Nilling gründete das Label „Das goldene D. Records“ 2001. „Ich habe häufiger für andere CDs gebrannt“, berichtet der Friesoyther. Warum nicht mal den eigenen Sprechgesang aufnehmen? Für 2,50 D-Mark ein Mikrofon gekauft und los ging’s. „Alles noch sehr laienhaft und improvisiert“, berichtet Nilling. Freunde kamen hinzu, versuchten sich am Mikrofon.

 

Nicht alles, was herauskam, stieß auf offene Ohren. Die meisten der Produktionen aus den Anfangsjahren stünden heute auf dem Index, berichtet Nilling. Viel Bewegung gab es in der Label-Historie. Rapper mit Namen wie Overkill, Big-P und SoNiC gehörten zum Label, einige verließen das Label wieder, SoNiC alias Robert Meyer blieb. Er wie „Professor FreiZeit“ alias Henning Tollkühn und auch Nilling selbst als „Das-D“ sind als Künstler die tragenden Säulen des Labels. Der „Professor“ zeichnete auch für einen Top-Ten-Erfolg in den Internet-Album-Charts mit dem Album „mal eben so“ verantwortlich.

 

Frisch aus der Presse ist der erste Sampler des Labels: „Das-D & Freunde. Irgendwo im Nirgendwo“. Die Beats seien von befreundeten Musikern aus der Region eingespielt worden oder selbst gemacht, berichten die Musiker.

 

Vom neuen Album erhoffen sich die Friesoyther neuen Schub. „Wir haben viele Fans in Kalifornien“, berichtet Nilling, deutlich mehr als in Deutschland sogar. Das jedenfalls zeigt die Auswertung der Webseiten-Nutzung.

 

Die CDs werden mittlerweile nicht mehr selbst gebrannt. „Das übernimmt ein Presswerk.“ Die Auflagen sind noch gering. Die Cover der CDs türmen sich auf dem Wohnzimmertisch. Fanartikel wie T-Shirts oder Pullover stehen im Flur. Die sollen auch auf den Festivals im kommenden Jahr verkauft werden. Zahlreiche Auftritte sind geplant, Deutschland, Österreich, Rumänien – wo genau gespielt wird, steht noch nicht fest. Nur, dass einige richtig große Festivals darunter sein werden.

 

Geld machen? Sei nicht das Hauptanliegen, sagen Daniel Nilling und Robert Meyer. „Uns geht es darum, unser Label mit den Einnahmen zu finanzieren und größer zu machen“, sagt Nilling. „Wir bleiben Hobbykünstler“, so Nilling. Er lädt Nachwuchskünstler ein, sich am Mikrofon auszuprobieren (E-Mail an kontakt@dgd-records.de).

 

„Wir machen Musik, die uns gefällt“, sagt Meyer. Und das soll so bleiben in der Wohnung Auf dem Wischkamp.

 

 

 

Reiner Kramer

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